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Sonntag, 25. August 2019

Recycling um jeden Preis?

Dienstag, 02. August 2011 | Veröffentlicht von: Dr. Martin Kanert, Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.

Viel ist seit gut einem Jahr zu lesen und zu hören gewesen über Belastungen von verpackten Lebensmitteln mit Mineralölen, die u.a. aus Recyclingkartons stammen, die als Lebensmittelverpackung verwendet werden. Wie kann es zu solchen Kontaminationen kommen? Das Altpapier, aus dem der Recyclingkarton hergestellt wird, enthält gewisse Anteile von Zeitungsaltpapier. Die Zeitungsdruckfarben enthalten im Bindemittel Mineralöl, das nach dem Druck im Zeitungspapier verbleibt und als Bestandteil der Recyclingkartonage in den Kontakt mit Lebensmitteln gelangen kann, wenn verpackungsseitig keine Maßnahmen ergriffen werden, die den Mineralölübergang verhindern.

Zeitungsdruckfarben sind, wie alle anderen Publikationsdruckfarben auch, im Hinblick auf den ihnen zugedachten Verwendungszweck gesundheitlich unbedenklich. Sie sind allerdings nicht geeignet, mit Lebensmitteln direkt oder indirekt in Berührung zu kommen, da ihre Komponenten für eine solche Exposition in aller Regel nicht bewertet sind.  Es liegt auf der Hand, dass je nach Quelle des Ausgangsmaterials unerwünschte Stoffe unterschiedlichster Herkunft im Recyclingmaterial aufgefunden werden, die das Risiko der Kontamination des verpackten Lebensmittels bergen. Die Druckfarbenindustrie rät deshalb seit langem zur Vorsicht bei der Verwendung von Recyclingkartonagen als Lebensmittelverpackung. Der Recyclinggedanke, auf den man gerade in Deutschland zu Recht stolz ist, ist sicher im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens zu unterstützen. Allerdings kann es nicht Recycling um jeden Preis geben; es muss sich höheren gesellschaftlichen Gütern wie dem gesundheitlichen Verbraucherschutz unterordnen. In diesem Sinne begrüßt der VdL die Initiative des Bundesverbraucherschutzministeriums, die "Mineralölproblematik" mit einer Verordnung, die an der Lebensmittelverpackung ansetzt, in den Griff zu bekommen.  Aller Unzulänglichkeit des Verordnungsentwurfs im Detail zum Trotz: Dies ist der richtige Schritt in Richtung einer umfassenden Regelung von Lebensmittelverpackungen aus Papier, Karton und Pappe. 

Dr. Martin Kanert
Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.

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