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Sonntag, 25. August 2019

Nanotechnologie: Es ist schon erstaunlich …

Dienstag, 21. August 2012 | Veröffentlicht von: Dr. Dietmar Eichstädt, Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.

… wie losgelöst von jeglichen Vorgaben eine Behörde arbeiten kann. So hat das Bundesumweltministerium über vier Jahre mit allen "Stakeholdern" einen Nano-Dialog geführt und eine höchstmögliche Transparenz vereinbart, um die Chancen dieser zukunftsträchtigen Technologie zu wahren. Das nachgeordnete Umweltbundesamt (UBA) jedoch setzt sich über diese Vereinbarung hinweg und stellt klammheimlich ein zutiefst politisches Papier ins Internet, mit dem die Sinnhaftigkeit eines allgemeinen und umfassenden Nano-Produktregisters untermauert werden soll.

Das Papier ist von dem grundlegenden Gedanken durchzogen, dass Nanomaterialien per se gefährlich seien. Dass dies nicht so ist, dass die Natur gigantische Mengen an Nanomaterialien erzeugt, berührt das UBA überhaupt nicht. Zur Begründung für das Papier werden angebliche "besondere Bewertungsunsicherheiten" bei Nanomaterialien angeführt – was immer das ist. Vielleicht sollte das UBA einmal eine andere Bundesoberbehörde fragen, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Offensichtlich verfügt die BAuA über wesentlich mehr Kenntnisse als das UBA.
Das UBA stützt sich auf ein ziemlich dilettantisches Rechtsgutachten, das nicht einmal die WTO-Kompatibilität eines Nano-Produktregisters geprüft hat. Immerhin hat das UBA gelernt, den Geltungsbereich für ein Nano-Produktregister etwas einzuschränken: So sollen Erzeugnisse – also Gegenstände – nur begrenzt in das Register aufgenommen werden. Stoffe und Gemische hingegen sollen in das Register zu melden sein, wenn sie Nanomaterialien enthalten. Das UBA geht von 100.000 zu meldenden Gemischen aus. Nach der Definition der EU-Kommission sind jedoch sämtliche 600.000 allein in Deutschland auf dem Markt befindlichen Lacke, Farben und Druckfarben Gemische, die Nanomaterialien – nämlich Pigmente und Füllstoffe – enthalten. Der damit verbundene ungeheure Aufwand für die Meldung in das Register ist mit dem Erkenntnisgewinn, dass alle Lacke, Farben und Druckfarben Nanomaterialien enthalten, nicht zu rechtfertigen. Ein gigantisches Register für eine Null-Information? Wo liegt der Sinn?
Offensichtlich ist die Politik schon einige Schritte weiter als diese Behörde. Denn dort wird erkannt, dass wir nur mit Hilfe der Nanotechnologie viele Fortschritte auch und vor allem zum Wohle der Umwelt erzielen können.

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