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Freitag, 23. August 2019

Nachhaltigkeit in der Lackindustrie – Einigt euch endlich!

Dienstag, 28. August 2012 | Veröffentlicht von: Sonja Schulte, FARBE UND LACK

Unbestritten gehört das Thema Nachhaltigkeit zu den heutigen Megathemen – auch in der Lackindustrie. Wer keine nachhaltigen Produkte auf den Markt bringt, sieht meist nur die Rücklichter seiner Wettbewerber. Da ist nur verständlich, dass jeder im Markt die Nachhaltigkeit seiner Produkte ins rechte Licht rücken möchte. Und da beginnt das Dilemma. Klar, es gibt Möglichkeiten abzuschätzen, ob ein Produkt nachhaltig oder umweltfreundlich ist. Aber wenn jeder eine andere Methode benutzt erlangt, die Lackindustrie nie einen gemeinsamen Standard, der auch dem Endverbraucher Orientierung gibt. Statt sich verbindlich auf eine Methode zu einigen preschen die Markteilnehmer alle los, aber nicht alle in dieselbe Richtung. Aus meiner Sicht geht diese Vorgehensweise aber auf Kosten der Glaubwürdigkeit der Lackindustrie.

Wer bestimmt denn was nachhaltig ist?

Der Begriff "nachhaltig" wird derart inflationär benutzt und ist nicht geschützt. Das erinnert mich sehr stark daran, wie seinerzeit der Begriff "bio" in der Lebensmittelindustrie ungeschützt benutzt werden konnte. Auf der Strecke blieb da der Kunde, der nicht mehr wusste welchem "bio" er denn trauen durfte. Geben sie mal die Begriffe "Nachhaltigkeit" und "Lack" bei Google ein. Da kommt einiges zusammen an Treffern. Was nicht alles nachhaltig ist – da kommt man ins Staunen.

Für die Einen ist ein Produkt bereits nachhaltig, wenn der gesamte Strombedarf aus regenerativen Quellen gedeckt wird. Für den anderen bedeutet Nachhaltigkeit, dass einer der eingesetzten Rohstoffe zu wenigen Prozent aus nachwachsenden Quellen stammt. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Dabei wäre es meines Erachtens dringend von Nöten festzulegen, wann ein Produkt mit dem Begriff Nachhaltig vermarktet werden darf und wann nicht.

Ein Standard muss her

Seit Jahren sind die Begriffe Nachhaltigkeit, Ökoeffizienz und Ressourcenschonung in aller Munde, aber hat sich die Lackindustrie schon darauf geeinigt, wie denn das gemessen werden soll? Leider nein. Ich kann auch verstehen, dass das nicht einfach ist, denn nicht jeder Betrieb, schon gar nicht die KMUs haben die Möglichkeit aufwändige Analysen durchzuführen. Rohstofflieferanten und Lackherstellen müssen sich endlich an einen Tisch setzen und überlegen, wie sie die Glaubwürdigkeit ihrer Industrie dem Endkunden gegenüber erhalten.

Technische Herausforderungen

Die Entwicklung nachhaltiger Produkte geht auch mit technischen Herausforderungen einher, denen der Formulierer sich täglich gegenüber sieht. Die Herabsetzung des VOC-Gehaltes ist dabei sicher inzwischen eines der leichteren Übungen. Wie sieht es aber aus, wenn neue Rohstoffe, z.B. mit einem hohen Anteil aus nachwachsenden Quellen, eingesetzt werden sollen. Ist die gleiche Leistungsfähigkeit des Lacksystems mit solchen Rohstoffen erreichbar? Wie verfügbar sind diese Rohstoffe überhaupt. Auch auf den Techniker im Labor kommen viele Herausforderungen zu beim Thema Nachhaltigkeit.

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