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Sonntag, 25. August 2019

Großes Chaos um kleine Teilchen

Donnerstag, 28. Oktober 2010 | Veröffentlicht von: Damir Gagro, FARBE UND LACK

Vor nicht allzu langer Zeit noch war die Nanotechnologie etwas Fantastisches, mit ungeahnten Möglichkeiten und sagenhaften Anwendungen in vielen Industriebreichen: eine Zukunftstechnologie. Die derzeitigen Diskussionen hingegen lassen schnell den Verdacht aufkommen, dass überall gefährliche Nanopartikel lauern. Wie kommt dieser Sinneswandel?

Ein Punkt ist sicher die Aufforderung des Europaparlaments an die Europäische Kommission herauszufinden, worin wie viel Nanotechnologie steckt. Weitere Ideengeber waren Studien und Technologieberichte, bei denen Textpassagen aus dem Zusammenhang gerissen, weite Verbreitung in den Medien fanden, oder auch die Forderung der CDU/CSU-Fraktion nach einem EU-weitem Nanoproduktregister. Das Verrückte dabei: Es ist nicht einmal klar, worüber eigentlich gesprochen wird. Bis heute gibt es keine gültige Definition für Nanotechnologie. Verfolgt man die Debatten, scheint es unheimlich schwer zu sein, sich auf Eckpunkte in einer Definition zu einigen. So ist es, selbst in den Gremien des Verbands der Chemischen Industrie, offenbar nicht möglich gewesen, eine mehrheitlich akzeptable Definition zu erarbeiten. In die Gespräche auf nationaler und europäischer Ebene fließen entsprechend viele Forderungen verschiedener Interessengruppen ein, z. B. nach Produktregistern - deren Erkenntnisgewinn gen Null streben dürfte, da wir mit REACH ja bereits eine große Datensammelmaschinerie angeworfen haben. Auch werden Moratorien für ganze Anwendungsbereiche verlangt, ebenso Kennzeichnungen und Aufnahmen in Listen gefährlicher Stoffe, obwohl nicht die Größe für die Gefährlichkeit eines Stoffes ausschlaggebend ist, sondern der Stoff selbst. Man darf gespannt sein, wie die Definition der Europäischen Kommission ausfallen wird. Bei der Vielzahl der berücksichtigten Stimmen ist ein breiter Definitionsumfang eher wahrscheinlich. Wird uns also in Zukunft das Wort "nano" von jedem lackierten Gegenstand entgegenleuchten, weil das Pigment auch einen kleinen Nano-Anteil als Verunreinigung enthält?

Aline Rommert,  Assistentin der Geschäftsführung im VdL e.V.

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