Bitte warten Sie.'

Die Seite wird geladen.'


Home  > Publikationen  > Blog  > Greenwashing: (k)ein positiver Effekt?

Samstag, 14. Dezember 2019

Greenwashing: (k)ein positiver Effekt?

Dienstag, 09. Juli 2013 | Veröffentlicht von: Damir Gagro, FARBE UND LACK

Der Trend zu umweltfreundlichen Produkten ist ungebrochen. Daher wundert es nicht, dass die Unternehmen auf den fahrenden Zug aufspringen und einzelne Produkte, ganze Unternehmen oder politische Strategien unter ein "grünes" Licht stellen, sodass der Eindruck entsteht, die Akteure handeln entweder besonders umweltfreundlich oder besonders ethisch korrekt und fair. Das ist positiv.

Handelt es sich jedoch bloß um Marketingaussagen und entspricht nicht dem eigentlichen Kern - nach außen hin zeigt sich das Produkt also "grün", aber dieser Eindruck entspricht nicht ökologischen Tatsachen, so spricht man von "Greenwashing".

Betreibt man "Greenwashing" setzt man die Glaubwürdigkeit eines Produktes, eines Unternehmens oder gar einer ganzen Branche aufs Spiel. Das ist bekannt und kann im Extremfall dazu führen, dass die Öffentlichkeit generell das Vertrauen in das verantwortliche Handeln von Unternehmen verliert.

Umso verwunderter war ich, als ich kürzlich einen Artikel las, der im "Greenwashing" doch tatsächlich einen positiven Effekt entdeckt. Frei nach dem Motto: "Besser etwas tun, als überhaupt nichts zu tun". Daraus könne sich dann auf langfristige Sicht nun doch etwas "Grünes" ergeben, halte ich für gefährlich. Auch den Gedanken, eine Branche setze sich somit massiv unter Druck, dass es den Unternehmen gar nicht mehr möglich sei "nicht grün" zu sein, ist mehr als fraglich. Unternehmen wären nun gezwungen sein an umweltverträglichen Lösungen zu arbeiten, da sie ja nun bereits im Zug Richtung "grüne" neue Welt sitzen. Bis der Zug jedoch am Ziel eingetroffen ist, ist der Verbraucher womöglich verprellt.

Unternehmen sollten lieber ehrlich mit dem Thema umgehen. Von 0 auf 100 an einem Tag muss es nicht sein. Mit Etappenzielen, die einen kleinen Anteil an "grünen" Lösungen über die Zeit wachsen lassen, ist langfristig ein nachhaltigerer Erfolg zu erzielen, als es durch "Greenwashing", das keinerlei positive Nebeneffekte hat, möglich ist. Unternehmen sollten daher nicht nur lieber "etwas tun, als gar nichts", denn dieses "etwas tun" ist dem "gar nichts tun" gleichzusetzen. "Greenwasher" werden also ebenso wie die behäbigen Unternehmen vom Markt bestraft.

Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben

Sie sind nicht eingeloggt

registrieren