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Mittwoch, 18. September 2019

Farbiges eInk: Wozu noch drucken?

Donnerstag, 02. Juni 2016 | Veröffentlicht von: Jan Gesthuizen, FARBE UND LACK

Ich habe keinen E-Book Reader. Warum? Weil sie nur schwarz und weiß darstellen und mir das Display zu klein ist. Daher kaufe ich noch fleißig gedruckte Bücher, obwohl meine Bücherregale aus allen Nähten platzen. Aber meine Einstellung zu E-Readern könnte sich sehr bald ändern.

Für die Druckfarbenindustrie bergen digitale Produkte immer die Gefahr, dass diese ihnen einen Teil ihres Marktes abspenstig machen und so wertvolle Umsätze verloren gehen. Das zeigt etwa das große Sterben von gedruckten Tageszeitungen, Nachrichten liest man heute online.

Auch E-Books haben diesen disruptiven Charakter, die neuen Digitalprodukte scheinen tatsächlich bedrucktes Papier zu verdrängen. Der Umsatzanteil von E-Books am deutschen Publikumsmarkt wuchs 2014 auf 4,3 % (2013: 3,9 %). Das klingt nicht viel, aber die absoluten Zahlen zeigen, hier wird viel Papier und Druckerfarbe eingespart. Wurden 2013 noch 21,5 Millionen E-Books verkauft, waren es 2014 schon 24,8 Millionen. Das sind 24,8 Millionen Bücher, die nicht gedruckt werden mussten. Zahlen für 2015 gibt es noch nicht, aber alles deutet auf ein weiteres Wachstum hin.

EInk Display in Coulour

Das Farbige eInk-Display aus den USA bietet eine gute Auflösung.

Farbige E-Books stehen vor der Tür

Waren bisher vor allem sehr textlastige Publikationen, etwa Belletristik, betroffen, dürften bald auch bild- und grafikreiche Publikation als E-Book erscheinen. Das Unternehmen E Ink Holdings hat Mitte Mai auf der Display Week ein farbiges eInk-Display mit einer Auflösung von 150 dpi vorgestellt. Und das nicht etwa auf einen kleinen Laborprototyp, sondern gleich als 20 Zoll Version mit 2.500 x 1.600 Pixel.

Damit ist auch die Darstellung von Sach- und Schulbüchern sowie Zeitschriften im wichtigen A4-Format möglich. Wie schon bei den handelsüblichen schwarz/weiß-Readern handelt es sich bei dem "ACeP" genannten Display von EInk um ein reflektives Display, das nur dann Strom verbraucht, wenn man die Seite umblättert. Und wie seine farblosen verwanden ist das ACeP-Display auch bei direkter Sonnenstrahlung gut lesbar.

Ganz neue Einsatzgebiete

Damit werden E-Reader für den Einsatz an Schulen und Universitäten interessant, auch weil dank freier Lizenzen noch weiteres Geld gespart werden könnte. Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern wie z.B. Südafrika gibt es schon heute eine sehr aktive OpenSource-Sachbuchszene, die von dieser Technik weiter profitieren wird.

E Ink Holdings  ist nicht der erste Hersteller, der sich an farbigen E-Paper-Displays versucht, aber er scheint endlich beim Thema Kosten vorangekommen zu sein. Denn erstmals liegen alle farbigen Pigmente in einer Schicht, statt in mehreren übereinander. Die Fertigung wird damit deutlich günstiger.

Sobald bezahlbare E-Reader in Farbe auf den Markt kommen, werde ich einer der Ersten sein, die auf bedrucktes verzichten.  

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