Bitte warten Sie.'

Die Seite wird geladen.'


Home  > Publikationen  > Blog  > Die Vernunft …

Sonntag, 25. August 2019

Die Vernunft …

Mittwoch, 29. Februar 2012 | Veröffentlicht von: Dr. Dietmar Eichstädt, Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.

- so der Aphoristiker Josef Viktor Stummer - "steht über allen Regeln." Nicht so in Deutschland, wie folgendes Beispiel zeigt. Artikel 45 der europäischen CLP-Verordnung, mit der das Globally Harmonized System (GHS) europaweit angewendet wird, regelt die Meldepflicht der Hersteller von Stoffen und Zubereitungen an die Giftzentralen. In Deutschland soll zur weiteren Präzisierung § 16 e des Chemikaliengesetzes geändert werden.

Aber dabei will Deutschland wieder über den europäischen Rahmen hinausgehen und schärfere Bestimmungen einführen. So fordern die deutschen Behörden exakte Angaben zur Zusammensetzung nicht nur aller gefährlichen, sondern auch aller nicht gefährlichen Inhaltsstoffe. Dass dadurch das Know-how der Unternehmen ganz massiv offengelegt wird, interessiert die Behörden wenig. Dass jede noch so kleine Rezepturänderung zu erneuter Meldung und damit zu mehr Bürokratie und Kosten führt, noch weniger. Glauben die Behörden tatsächlich, dass bei einem Vergiftungsfall der behandelnde Arzt eine gänzlich andere Therapie durchführt, wenn der Gehalt eines Inhaltsstoffes nicht 0,2 Prozent, sondern 0,3 Prozent beträgt? Glücklicherweise gibt es doch noch vernünftige Entscheidungsträger bei den Behörden. So hat die Europäische Kommission einen Bericht über die Harmonisierung der Giftinformationssysteme vorgelegt und darin erläutert, dass die Meldung der Konzentration von gefährlichen Stoffen in gewissen Bandbreiten und von ungefährlichen Stoffen nur ab einer bestimmten, noch festzulegenden Mengenschwelle erfolgen soll. Manchmal - leider zu selten - setzt sich doch die Vernunft durch. 

PS.: Mit den deutschen Behörden wollen wir nicht zu sehr ins Gericht gehen. Immerhin haben sie einer Übergangslösung bis 2014 zugestimmt, wonach die Informationen des Sicherheitsdatenblattes ausreichen, um der Meldepflicht Genüge zu tun. Dies ist ein vielversprechender Ansatz für eine grundsätzlich flexiblere Haltung der Behörden, die hoffentlich Schule macht.

Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben

Sie sind nicht eingeloggt

registrieren