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Samstag, 14. Dezember 2019

Die Natur gibt mal wieder an

Donnerstag, 04. Juni 2015 | Veröffentlicht von: Michael Richter, FARBE UND LACK

Ich muss schon zugeben, ich bin ein wenig neidisch auf die Art und Weise, wie die Natur neue Dinge erfindet. Ganz besonders meine ich damit komplexe Moleküle, die es der Natur erlauben, Probleme in scheinbar spielerischer Weise zu lösen.

Ein Auge für kleine und schwer zu entdeckende Details in der Natur zu haben und daraus Lösungen für unseren Alltag zu finden – dieses Konzept gefällt mir. Nehmen wir uns diesmal ein Beispiel an fleischfressenden Pflanzen.

Vom Sonnentau lernen

Denken Sie einfach mal an die fleischfressende Pflanze Sonnentau. Haben Sie sich jemals die Frage gestellt, wie diese faszinierende Pflanze Insekten fängt? Sicherlich werden Sie nun denken "Aber klar, die benutzen einen Klebstoff dafür." Damit liegen Sie goldrichtig und wie sieht es auf der molekularen Ebene aus? Wie ist dieser Klebstoff aufgebaut und wie resultieren die einzigartigen Fähigkeiten aus diesem Aufbau? Aktuelle Forschungsergebnisse liefern dafür nun eine Antwort.

Näher hinschauen

US-amerikanische Forscher der Ohio State University haben ganz genau hingeschaut und konnten herausfinden, wie dieser Klebstoff aufgebaut ist. Dafür verwendeten Sie unterschiedliche Methoden und entdeckten, dass der Biokleber aus 96% Wasser und einem hochgeordneten System von Polysacchariden besteht. Die Ketten sind untereinander durch Calcium- und Magnesiumionen vernetzt. Diese Bauweise macht den Kleber viskoelastisch und extrem biokompatibel – Eigenschaften, die zu einer fast perfekte Eignung für Tissue engineering führen.

Lassen Sie uns weiter denken

Auf der einen Seite haben wir hier eine clevere Lösung, um Gewebe zu kleben. Es gibt aber noch andere Dinge, die man kleben kann und muss. Das Schlüsselwort lautet deswegen nun "Biomimetischer, Zucker-basierender Kleber", denn genau das ist es, woran die Forscher derzeit arbeiten. Sie versuchen sich ein Beispiel an der Natur zu nehmen und synthetische Analoga zu formulieren.
Eines ist klar. Selbst wenn das Kleberkonzept des Sonnentaus nicht Eins-zu-Eins nutzbar gemacht werden kann. Das reine Verständnis dieses Konzepts hilft dabei, eigene Ideen zu entwickeln – und das nur, weil die Natur angibt.

Jetzt sind Sie aber an der Reihe und ich habe die folgenden Fragen an Sie:

  • Was halten Sie von dieser Entdeckung?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Entwicklung nutzbar gemacht werden kann?
  • Welche weiteren Anwendungen können Sie sich vorstellen?

Ich freue mich auf Ihre Antworten,
viele Grüße

Michael Richter

Link:
Y. Huang, Y. Wang, L. Sun, R. Agrawal, M. Zhang, J. R. Soc. Interface 2015, 12.

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