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Freitag, 23. August 2019

Der virtuelle Lack

Dienstag, 30. August 2011 | Veröffentlicht von: Miriam von Bardeleben, FARBE UND LACK

Es gibt viele Bereiche, in denen virtuelle Gegenspieler die physischen Originale längst abgelöst haben. Beispiele dafür gibt es in allen Bereichen des täglichen Lebens. Wir schreiben E-Mails statt Briefe, und die Lohntüte ist schon vor 50 Jahren dem Girokonto gewichen. Vorbei sind die Zeiten, als man Filme zum Entwickeln gab, und unscharfe Fotos gleich beim Abholen als kostenpflichtigen Ausschuss im Mülleimer versenkte. Ganz im Gegenteil: Heute schaffen es selbst gelungene Motive oft nicht mehr auf‘s Papier, weil die digitale Version für alle Verwendungszwecke ausreicht.

Prinzipiell ist dieser Trend auch zu begrüßen, da bekanntlich die Rohstoffvorräte weltweit schrumpfen, während Müllberge unbeirrt in den Himmel wachsen. Gegenwärtig liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Rohstoffen bei 90 kg in den USA, 43 kg in Europa, 14 kg in Asien und 10 kg in Afrika. Ohne Zweifel müssen wir künftig noch besser haushalten beim Rohstoffeinsatz, nicht zuletzt um Kosten und Umweltauswirkungen zu mindern.

Auch in Brüssel macht man sich Gedanken über Wege zu höherer Ressourceneffizienz. Neben einer generellen Entkopplung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum gibt es ein konkret formuliertes Ziel:

Die Verdopplung der Rohstoffproduktivität bis 2020 gegenüber dem Referenzjahr 1994. Die Zielgerade für diese Verdopplung verfehlt  Deutschland derzeit noch. In weiser Voraussicht ist denn auch eine EU-weite koordinierte öffentliche F&E-Förderung zur Entwicklung der erforderlichen Technologien geplant. Also, liebe F&E-Abteilungen der Farben- und Lackbranche: Viel Erfolg beim Versuch, mehr Lack-Output als Rohstoff-Input zu realisieren. Vielleicht schaffen wir ja irgendwann den Technologiesprung zum virtuellen Lack, dessen Leistungsmerkmale erhalten bleiben ohne eine physische Existenz zu erfordern.
 
Wie bitte? Das halten Sie für Unsinn? Diskutieren Sie mit mir und Ihren Branchenkollegen, wie viel Rohstoffproduktivität Sie für erreichbar halten!

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