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Samstag, 26. September 2020
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Markt & Branche, Unternehmen und Märkte

Titandioxid: „EU-weit harmonisierte Grenzwerte zum Schutz der Mitarbeiter wären sinnvoll“

Mittwoch, 09. September 2020

Titandioxidpulver werden ab Oktober 2021 als möglicherweise krebserregend beim Einatmen eingestuft. Die Auswirkungen auf viele Bereiche seien noch nicht endgültig absehbar, sagt Sebastian Hanrieder von Kronos. Beim Arbeitsschutz seien die Folgen klarer zu benennen.

EU-weit gibt es derzeit keine einheitlichen Verordnungen für Staubschutz. (Quelle: srady - stock.adobe.com)

EU-weit gibt es derzeit keine einheitlichen Verordnungen für Staubschutz. (Quelle: srady - stock.adobe.com)

Wie ist der Stand der Dinge bei der Einstufung von Titandioxid?

Sebastian Hanrieder: Titandioxid-Pulver wird eingestuft als Kategorie 2 (möglicherweise krebserregend beim Einatmen) und zwar bindend ab dem 1. Oktober 2021. Es gibt zwar eine Klage einiger Firmen gegen das Urteil, doch durch die lange Verfahrensdauer wird die Einstufung vorerst nicht verhindert. Weitere Informationen rund um das Thema findet man im Internet unter https://forum-titandioxid.de

Welche Auswirkungen hat das auf Formulierer von Farben- und Lacksystemen?

Hanrieder: Titandioxid ist einer der wichtigsten Rohstoffe für die Lack-, Farben- und Druckfarbenindustrie und in mehr als 90 % aller Farben enthalten. Mit seinen Eigenschaften ist er nicht durch auf dem Markt erhältliche Weißpigmente zu ersetzten. Die Auswirkungen auf die Bereiche Abfallwirtschaft, Ecolabel, Kennzeichnungspflicht im Allgemeinen und noch einige andere sind noch nicht endgültig absehbar.

Sebastian Hanireder Kronos

Sebastian Hanrieder, Coatings Manager bei Kronos International wird auf der Konferenz "Moderne Fassadenfarbe – schön, schützend, smart" einen Vortrag zum Thema Titandioxid geben.

Beim Thema Arbeitsschutz sind die Folgen klarer zu benennen. Bezüglich des Arbeitsschutzes gibt es EU-weit leider keine einheitlichen Verordnungen (Staubgrenzwerte von 3-10 mg/m³).

Es wäre sinnvoll, wenn EU-weit harmonisierte Grenzwerte zum Schutz der Mitarbeiter eingeführt würden. Die Einstufung von Titandioxid ändert nichts an den in den jeweiligen EU-Mitgliedsländern geltenden Staubgrenzwerten.

Was müssen speziell Hersteller von Fassadenfarben beachten?

Hanrieder: Die Bedingungen für die Hersteller von Fassadenfarben sind generell die gleichen wie die aller Farben- und Lackhersteller. Auch hier gilt es, die Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten und alles korrekt zu kennzeichnen. Wie bereits erwähnt können sich noch Konsequenzen für verschiedene Ecolabel und deren Einhaltung ergeben, wie zum Beispiel für den Blauen Engel.

Gibt es - bedingt durch die Corona-Pandemie - Lieferengpässe bei Titandioxid?

Hanrieder: Nein, das können wir so nicht erkennen, bei Kronos wird ein weitreichendes Corona-Sicherheitskonzept eingehalten, was dazu führte, dass wir unsere Produktion im vollen Umfang aufrechterhalten können.

Welche Auswirkungen hat die Pandemie bisher generell auf Ihre Aktivitäten gehabt?

Hanrieder: Seit Mitte März arbeiten die anwendungstechnischen Abteilungen in "Teil-Home Office" mit abwechselnder Bürobesetzung. Projektbesprechungen und Meetings, sowohl intern als auch extern, werden in der Regel per Videokonferenz abgehalten. Für unsere Kunden, Distributoren und eigene Mitarbeiter bieten wir eine Reihe technischer Webinars an. Kundenbesuche sind zurzeit nicht erlaubt.

                                                                                     Das Interview führte Kirsten Wrede.

Eventtipp

Auf der FARBE UND LACK Konferenz "Moderne Fassadenfarbe – schön, schützend, smart" am 24. und 25. November 2020 in Kassel wird Sebastian Hanrieder einen Vortrag über den aktuellen Stand der TiO2-Einstufung halten und einen allgemeinen Ausblick geben.

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