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Mittwoch, 21. August 2019
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Markt & Branche, Unternehmen und Märkte

Marktübersicht: Holzlacke weltweit im Aufwind

Dienstag, 11. Dezember 2018

Der Weltmarkt für Holzlacke ist auf Wachstumskurs. Dabei spielen Umweltziele auch weiterhin eine wichtige Rolle und Pulverlacke und die Elektronenstrahltechnologie dürften in Zukunft Marktanteile hinzugewinnen.

Holz ist auf der ganzen Welt ein beliebter Werkstoff. Und überall wird er auch lackiert und beschichtet. (Foto: Eky Chan - stock.adobe.com)

Holz ist auf der ganzen Welt ein beliebter Werkstoff. Und überall wird er auch lackiert und beschichtet. (Foto: Eky Chan - stock.adobe.com)

Holzlacke machen derzeit im Wert einen Anteil von etwa 9 % des globalen Marktes für Farben und Lacke aus. Nach Hochrechnungen des US-amerikanischen Beratungsunternehmens Chemark Consulting Group entsprach das 2017 gut 8,1 Mrd. EUR. Mike Cash, Senior Vice President von Axalta und Leiter des Bereichs Industrielacke, beurteilt den Markt ähnlich: "Der Weltmarkt für Holzlacke beläuft sich auf über 7,5 Mrd. EUR und die Aussichten für dieses Segment sind gut, da eine starke Weltwirtschaft das Wachstum in den Branchen Bau und Bauprodukte antreibt."

Chemark betrachtet die Marktsegmente für Holzlacke als eine Gesamtmenge aus Holzanstrichen und Lacken für Flachmaterial. Der für Formulierer und Holzhersteller wesentliche Unterschied liegt im Verfahren zur Lackapplikation. Die Dynamik und Konfiguration bei der Herstellung von Flachprodukten unterscheidet sich stark und erfordert Formulierungen und Lacke, die mit bestimmten Geschwindigkeiten der Fertigungsanlagen und anderen Lackeigenschaften kompatibel sind.

Bei nicht flachen Erzeugnissen finden andere Lacktypen Anwendung, deren Formulierung andere Überlegungen erfordert. Im Marktsegment Möbel gibt es zum Beispiel beide Elemente – Holzanstriche und Flachmaterialien. Chemark zufolge betrug die Marktgröße für Flachmaterial in diesem Segment ungefähr 5,1 Mrd. EUR. Den Weltmarkt für Holzanstriche schätzt das Unternehmen auf knapp 3 Mrd. EUR.

Der größte Holzlackmarkt liegt in Asien

Wie inzwischen in fast allen Segmenten ist auch bei den Holzlacken Asien-Pazifik ist die Region mit dem größten Umsatz. Hier werden fast 60 % des gesamten Volumens an Holzlacken verbraucht, was im Wert ungefähr 55 % entspricht. Auf Platz zwei folgt EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) mit einem Wert von mehr als 2 Mrd. EUR. Nordamerika folgt auf dem dritten Platz mit einem Wert von beinahe 1,6 Mrd. EUR.

Mike Cash von Axalta erwartet für die nächsten Jahre weiteres Wachstum: "Wir sehen ein schönes Gleichgewicht zwischen der Nachfrage nach Neubauten sowohl von Einfamilienheimen als auch Mehrzweckgebäuden einerseits und Renovierungen andererseits, die ein Wachstum bei der Fertigung von Böden, Außenverkleidungen, Fenstern und Einbauschränken nach sich zieht. Branchenexperten sagen für 2018 ein Wachstum von bis zu 9 % voraus."

Hauptabnehmer Möbelindustrie

Die Möbelindustrie ist nach wie vor der größte Verbraucher von Holzlacken. Das nordamerikanische Marktforschungsunternehmen ChemQuest gibt an, dass die Möbelindustrie beinahe 60 % des Marktes ausmache.

"Möbelunternehmen in aufstrebenden Märkten, angeführt von Asien-Pazifik und Südamerika, verzeichnen ein Wachstum von ungefähr 15 % jährlich. In Nordamerika sehen wir ein starkes Marktwachstum von ungefähr 7–8 % bei herkömmlichen Hartholz- und Vinylböden und von 6–7 % bei Bauprodukten für Außenverkleidungen, Fenster und Türen", so Mike Cash von Axalta.

Systeme auf Lösemittelbasis dominieren

Chemark sieht flüssige Holzlacke auf Lösemittelbasis als das dominierende System in der Möbelindustrie, sowohl im Bereich der Flachmaterialien als auch bei den Holzanstrichen. Wässrige Holzlacke bauen ihren Marktanteil jedoch stetig aus. Bezogen auf den Gesamtmarkt ergeben die Analysen von ChemQuest, dass lösemittelhaltige Holzlacke noch immer einen Marktanteil von über 60 % haben, wenn herkömmliche Systeme und solche mit hohem Feststoffgehalt gemeinsam betrachtet werden.

In reifen Märkten wie Europa werden wässrige Holzlacksysteme schon sehr oft verwendet. An der dominierenden Rolle lösemittelhaltiger Systeme wird sich wahrscheinlich nichts ändern, meint jedoch Gary Shawhan von Chemark: "Der vielleicht wichtigste Faktor ist, dass die Kosten für eine Umstellung auf eine alternative Technologie angesichts der niedrigen Kosten für lösemittelhaltige Lacke schwer zu rechtfertigen sind."

Wichtige Fortschritte bei Pulver- und Elektronen­strahl­technologie

Dennoch sieht das Beratungsunternehmen auch den Einfluss mehrerer moderner Technologien auf den Markt für Holzlacke. Hierzu zählen Pulverlacke und die Elektronenstrahltechnologie. "Bei den Pulverlacken gab es wichtige Fortschritte hinsichtlich der Verkürzung der Aushärtungszeiten und der Senkung der Aushärtungstemperaturen, die schnellere, wettbewerbsfähigere Anlagengeschwindigkeiten ermöglichen und zugleich die Holzaufrauung minimieren", erklärt Phil Phillips von Chemark.

Bei der Strahlenhärtung hat die konventionelle UV-Härtung ihre Position behauptet und Shawhan erwartet, dass sie Marktanteile hinzugewinnen wird, da Unternehmen nach Alternativen zu lösemittelhaltigen Lacken suchen. Andererseits sind Einschränkungen der konventionellen UV-Härtung wie Vergilben aufgrund herkömmlicher Photoinitiatoren, Beschränkungen der Anlagengeschwindigkeiten und Defizite beim Erscheinungsbild ein Hemmschuh für künftiges Wachstum.

REACH und Photoinitiatoren beeinflussen Holzlackmarkt

"Ein weiterer Faktor ist, dass gemäß REACH 2018 Chemikalien, die bislang nur vorregistriert waren, vollständig registriert werden mussten. Viele kleinvolumige Spezialprodukte, darunter auch Photoinitiatoren, werden möglicherweise wegen der Kosten für eine vollständige REACH-Registrierung eingestellt", merkt Shawhan an.

Phillips geht davon aus, dass die Elektronenstrahltechnologie sich weiterhin zu einem tragfähigeren Verfahren für Anwendungen wie Holzlacke für Flachmaterialien entwickeln wird. "Die mit dieser Ausrüstung verbundenen Kosten sind erheblich gesunken. Elektronenstrahltechnologie erfordert keine Photoinitiatoren und umgeht somit die Probleme der herkömmlichen UV-Härtung, bei der Photoinitiatoren ein notwendiger Formulierungsbestandteil sind", so Phillips.

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