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Montag, 23. September 2019
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Markt & Branche, Köpfe & Karrieren

Mit dem Unternehmen aufgewachsen: Martina Pfeil im Porträt

Freitag, 14. Juni 2019

Martina Pfeil wuchs direkt neben dem Betrieb ihrer Eltern auf. Trotzdem war die Unternehmensnachfolge nicht von Anfang an vorbestimmt, in ihren Posten als Prokuristin und Technische Leiterin bei der RALA LACK­FABRIK wuchs sie hinein und kann von ihren Positionen vorher viel profitieren.

Martina Pfeil, Prokuristin und Technische Leiterin der RALA Lackfabrik

Martina Pfeil, Prokuristin und Technische Leiterin der RALA Lackfabrik

Als Martina Pfeils Eltern die Rala Lackfabrik übernehmen, hat das Unternehmen nur drei Mitarbeiter. "Und zwei davon waren meine Eltern", erinnert sich die Geschäftsführerin des Industrielackherstellers aus Rastatt mit einem Schmunzeln. "Wir Kinder waren schon früh involviert. Statt einfach Taschengeld zu bekommen, konnten wir im Betrieb mitarbeiten, um etwas dazu zu verdienen – mein Bruder durfte zum Beispiel abfüllen, ich die Ablage machen."

Nach der Schule absolviert Pfeil eine Ausbildung zur Lacklaborantin in der Firma der Eltern. Doch sie will auch noch weitere Unternehmen kennenlernen. So verbringt sie zunächst anderthalb Jahre bei einem Bindemittelhersteller in Hannover, bevor sie ihren Techniker an der Schule für Farbe und Gestaltung in Stuttgart macht. Im Anschluss entscheidet sie sich für einen Job bei einem Hersteller von Additiven in Nordrhein-Westfalen. "Danach ergab sich die Möglichkeit nach England zu gehen, da mein Bruder gerade dort sein Studium beendet hatte und ich seine Wohnung für einige Monate übernehmen konnte", erinnert sich Pfeil. "Das war eine gute Gelegenheit, mal etwas ganz anderes zu machen." In Guildford bei London arbeitet sie drei Monate als Kellnerin, um ihr Englisch zu verbessern. "Die Zeit dort hat mir sehr gut gefallen."

Selbst Mitarbeiter sein

Nach dem Aufenthalt in England geht es für Martina Pfeil zunächst zurück in das elterliche Unternehmen, wo sie für einige Zeit als Vertretung die Laborleitung innehat. "Danach bin ich für einige Jahre zu einer Lackfabrik in die Nähe von Köln gegangen", erzählt sie. "Mir haben die Einblicke in verschiedene Unternehmen sehr viel gebracht." Und auch für die jetztige Führungsaufgaben kann sie einiges herausziehen. "Auch selbst Mitarbeiter sein, war eine sehr wichtige Erfahrung", betont Pfeil. "Ich war zwar bei Rala auch Mitarbeiter, aber ich hatte natürlich trotzdem eine andere Rolle. Eine Mitarbeiterin von uns hat einmal gesagt: ich möchte nicht mit euch tauschen, denn ihr habt zwar viele Zugeständnisse, aber auch deutlich mehr Verantwortung."

Trotzdem war die Nachfolge nicht von Anfang an fest eingeplant. "Früher habe ich mir darüber nie viel Gedanken gemacht. Ich habe ein Schülerpraktikum bei uns im Labor gemacht, das ich sehr spannend fand. Somit habe ich dann auch die Ausbildung zum Lacklaborantin begonnen, war aber noch nicht auf die Nachfolge festgelegt", erinnert sie sich. "Ich bin eher in diese Rolle hineingerutscht, es war aber genau die richtige Entscheidung, da mir die Lackindustrie sehr gut gefällt." Nach ihrer Zeit in Köln geht Martina Pfeil für zwei Jahre zurück nach England. "Zunächst wollte ich dort auch in der Lackindustrie arbeiten, was sich aber durch die Finanzkrise schwierig gestaltete. Stattdessen habe ich erst eine Sprachschule in London besucht und bin dann nach Guildford zurückgekehrt, wo ich gekellnert und in einer Arztpraxis gearbeitet habe."

Die Nachfolge gezielt angehen

2011 übernimmt Martina Pfeil die technische Leitung bei dem Familienunternehmen, in diesem Schritt wird ihr auch die Prokura verliehen. Im letzten Jahr hat sie auch die Geschäftsführung übernommen, da sich ihre Mutter Gaby Pfeil aus den Geschäften zurückzieht. In diesem Schritt wird das Unternehmen von der Mipa Gruppe übernommen und ist nun einen hundertprozentige Tochter der Guppe aus Essenbach. "Es war eine rundum positive Entscheidung zu verkaufen", betont Pfeil. Gerade in Sache Regularien profiitiert der Betrieb von der Muttergesellschaft. "Mittlerweile gibt es so viele Auflagen, so viele Beauftragte sind erforderlich – dies sprengt gerade für kleine Unternehmen wie uns mit nur 25 Mitarbeitern oft den Rahmen, in dem man sich damit auseinandersetzen kann", so Pfeil. "Da ist die Mipa eine ganz tolle Muttergesellschaft, die uns gut unterstützt und mit Rat und Tat zur Seite steht." Den richtigen Partner für die Übernahme zu finden, sei nicht einfach gewesen, gerade, da es Familie Pfeil am Herzen lag, dass alle Mitarbeiter übernommen werden und einen sicheren Arbeitsplatz behalten.

Bei der Nachfolge hat der Baden-Württembergerin zudem ein berufsbegleitendes Studium geholfen. "Ich habe im Bachelor Unternehmertum und im Master Wirtschaftspsychologie studiert, da es mir wichtig war, kaufmännische Grundlagen zu erlernen", sagt sie. "Zudem war der Bachelor explizit für Nachfolger und Gründer gedacht – man befand sich also unter Gleichgesinnten und konnte sich austauschen."

Die begeisterte Saxonfonspielerin freut sich, dass sie seit dem Ende des Studiums wieder mehr Zeit für Interessen hat. "Ich habe lange in der Stadtkapelle gespielt und im Chor gesungen." Wichtig ist Martina Pfeil außerdem Sport als Ausgleich. Und auch das Reisen ist ein großes Hobby der 39-Jährigen. Unbedingt möchte sie noch nach Australien und Neuseeland.

Kurz gefragt:

Wenn Sie einen anderen Beruf ausüben würden, was würden Sie gerne machen?

Pfeil: Psychologie ist ein sehr interessantes Feld. Mich faszinieren Menschen, wie sie agieren, wie sie reagieren, was sie motiviert. Es ist spannend zu beobachten, wie sich Verhaltensweisen entwickeln.

Welche Reise ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Pfeil: Ich habe mit einer Freundin, deren chinesische Familie aus Indonesien stammt, eine Rundreise durch Indonesien gemacht. Wir haben unter anderem auch ihre Familie besucht und mit ihnen das chinesische Neujahrsfest mit allen Bräuchen feiern können – das war natürlich ein Erlebnis.

Was gefällt Ihnen an der Region?

Pfeil: Landschaftlich ist die Region sehr schön, man ist schnell im Grünen. Ebenso schnell sind aber auch größere Städte zu erreichen. In einer Stunde ist man in Stuttgart, in drei Stunden in Köln.

Von Vanessa Bauersachs

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