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Freitag, 21. Februar 2020
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Markt & Branche, Köpfe & Karrieren

In die Wiege gelegt: Lea Hanghofer und Jule Ziesemann im Porträt

Freitag, 14. Februar 2020

Die Schwestern Lea Hangkofer und Jule Ziesemann teilen sich seit Mai 2019 die Geschäftsführung des Familienunternehmens Kreidezeit Naturfarben. Mindestens für eine der beiden jungen Frauen war das aber nicht von Anfang an vorstellbar.

Jule Ziesemann und Lea Hangkofer, Geschäftsführerinnen von Kreidezeit Naturfarben

Jule Ziesemann und Lea Hangkofer, Geschäftsführerinnen von Kreidezeit Naturfarben

Beide Schwestern sind mit und in dem Familienunternehmen aufgewachsen. "Wir lagen schon als Babys unter den Messetischen", erzählt Jule Ziesemann. "Und wir mussten an den Kindertischen sitzen und kneten, während unsere Eltern die Farben verkauft haben", erinnert sich ihre ältere Schwester lachend.
Wäre es nach den Wünschen ihres Vaters, Gert Ziesemann, gegangen, hätten beide Schwestern an der Hochschule Esslingen Chemieingenieurwesen/Farbe und Lack studiert. Doch beide hatten andere Pläne.

Wichtige Entscheidungen fällen

Für Jule Ziesemann, die jüngere der beiden Schwestern, war schon recht früh klar, dass Kreidezeit in der Familie bleiben sollte. Sie wollte die Firma im Interesse ihres Vaters weiterführen. Aus diesem Grund entschloss sie sich zu einer Ausbildung zur Bürokauffrau bei Kreidezeit selbst. Die gemeinsame Zeit mit ihrem Vater genoss sie sehr. Direkt nach dem Abschluss ihrer Ausbildung nahm sie sich eine Auszeit, um das Abitur zu machen und sich danach dem Reisen zu widmen. "Ich liebe es, andere Länder, Kulturen und Menschen kennenzulernen", erklärt sie.
"Ich wollte die Welt so richtig verstehen, auch auf Molekülebene", erklärt Lea Hangkofer. So entschied sie sich für ein naturwissenschaftliches Studium, dem Umweltingenieurswesen. "Die wichtigste Ressource wird früher oder später Wasser", erläutert die 35-Jährige, warum sie  sich in ihrem Vertiefungsstudium ausgerechnet Wasserbau ausgesucht hat. Der damit zusammenhängende Aufenthalt in Tansania hat sie sehr geprägt. "Ich habe noch nie so fröhliche Kinder wie dort gesehen", fügt sie hinzu. Nach ihrem Studium arbeitete sie in verschiedenen Unternehmen rund um Hamburg, bis sie sich 2015 dazu entschied, in das Familienunternehmen einzusteigen. 

Kreidezeit im Wandel

Viel Zeit für eine gründliche Einarbeitung seitens ihres Vaters gab es leider aufgrund seiner Erkrankung nicht. So wurden die beiden Schwestern mehr oder weniger ins kalte Wasser geschubst.
Ihre Mitarbeiter sind ihnen eine wichtige Stütze, auf die sie gerne zurückkommen und die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch bilden sich beide Schwestern kontinuierlich fort, um weiter an ihren Aufgaben wachsen zu können und auch das Unternehmen selbst voranzubringen. "Da wo wir den Input brauchen, holen wir ihn uns in Form von Fortbildungen", erklärt Lea Hangkofer.
Neben den Aufgaben der Geschäftsführung haben sich Lea Hangkofer und Jule Ziesemann die weiteren Aufgaben aufgeteilt. Jule Ziesemann organisiert den reibungslosen Ablauf der Produktion und widmet sich der Personalstruktur. Lea Hangkofer hat in den letzten Jahren die Website modernisiert, präsentiert die Firma auf Messen und entwickelt verschiedene Farbfächer. 

Nachhaltig und im Einklang mit der Natur

Doch nicht alles hat sich geändert. Nachhaltig und so naturverbunden wie möglich, sollten die Produkte, die Kreidezeit produziert, schon zu Zeiten von Gert Ziesemann sein. Und so halten es auch seine Töchter. So verwenden sie kein Erdöl für ihre Farben und Putze, die ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, verzichten auf Konservierungsmittel und deklarieren alle Inhaltsstoffe der Produkte auf ihren Verpackungen. Die Plastikverpackungen werden, wo immer es möglich ist, auf Papierverpackungen umgestellt. "Was wir nicht auf umweltfreundlichem Wege herstellen können, produzieren wir auch nicht," erklärt Jule Ziesemann.

Die jungen Frauen teilen die Werte und Überzeugungen ihres Vaters, achtsam mit Natur und Umwelt umzugehen, und entsprechende Wandfarben zu produzieren. Dass sie damit auch den Nerv der heutigen jungen Generation treffen, erfahren sie besonders auf den  Messen in Großstädten, wo sie Kreidezeit vorstellen.
Ein gemeinsames Ziel beider Schwestern ist es, dass Kreidezeit auch in der zweiten Generation für ökologische und bauphysikalisch sinnvolle Farbrezepturen steht. Viele Geschäftsbeziehungen bestehen seit vielen Jahren. Ihr größter Kunde hat nach wie vor seinen Sitz in Japan. Zu ihnen besteht ein reger Austausch.

Gemeinsamkeiten

Nicht nur die Geschäftsleitung teilen sich die beiden Schwestern, sondern auch die Leidenschaft zum Wandern, Tauchen und Reisen. Immer wieder zieht es sie in die weite Welt, am liebsten nur mit Rucksack und dem Wissen um die ersten Übernachtungen im fremden Land. Vor ein paar Jahren sind sie zusammen in Kuba gewesen.
Und noch etwas haben Lea Hangkofer und Jule Ziesemann gemeinsam: der Besuch der Freien Waldorfschule in Hildesheim. Ihre Eltern waren schon immer sehr naturverbunden und hatten sich bewusst gegen eine staatliche Schule entschieden.

Von Silke Karl

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