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Samstag, 25. Juni 2016
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Wissenschaft & Technik, Anwendungsbereiche

Neuer Entwurf für Schimmelleitfaden am Bau vorgestellt

Montag, 14. März 2016

Das Umweltbundesamt hat den Entwurf zum neuen "Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden" zur Diskussion vorgelegt.

Gesetzliche Anforderungen an Neubau und Sanierung bestehender Gebäude haben sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Quelle: Karin & Uwe Annas / Fotolia.com
Gesetzliche Anforderungen an Neubau und Sanierung bestehender Gebäude haben sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Quelle: Karin & Uwe A...

Sachverständigenbüros, mikrobiologische Labore und alle diejenigen, die Schimmel erkennen, bewerten und Sanierungskonzepte erarbeiten sollen, können in der Kommentartabelle Wünsche und Änderungen eintragen.

Gefahr von Feuchteansammlungen wächst

Gesetzliche Anforderungen an den Neubau und bei der Sanierung bestehender Gebäude haben sich unter dem Energieeinsparaspekt in den letzten Jahren deutlich geändert und verschärft. Das mache eine Neuauflage bestehender Publikationen notwendig. Die Gebäudehülle wurde durch die Anforderungen nach der geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV) immer luftdichter. Dadurch wächst bei schlechter Ausführung die Gefahr von Feuchteanreicherung und damit für Schimmelwachstum durch unsachgemäßes oder unzureichendes Lüften. Baulich bedingte Einflüsse für zu hohe Feuchte im Innenraum, in und an Bauteilen, gibt es weiterhin in Alt-und Neubauten, sie sind aber nur eine von mehreren Entstehungsursachen für Schimmel.

Einsatz von Bioziden oft nicht sinnvoll

Eine der Aussagen des Leitfadens: Sogenannte Desinfektionsmaßnahmen sind bei Schimmelsanierungen in den meisten Fällen nicht sinnvoll und werden in der Praxis viel zu häufig angewendet. Daher gibt es Empfehlungen, wann die Anwendung von Bioziden überhaupt sinnvoll ist.

Eine Aktualisierung der Aussagen und Empfehlungen im Hinblick auf den Gebäudebestand, zu Lüftungsempfehlungen in energiebedarfsarmen Gebäuden und zu lüftungstechnischen Systemen im Zusammenhang mit dem Risiko für Schimmel und der Bewertung bei Schimmelbefall wurden notwendig und sind mit dem neuen Leitfaden vorgenommen worden. In den letzten Jahren wurde zudem deutlich, dass bei Schimmelbefall nicht nur Schimmelpilze, sondern oft auch Bakterien sowie Protozoen und Milben wachsen. Daher wird der Begriff "Schimmel" im neuen Leitfaden einheitlich für das Wachstum aller Mikroorganismen bei Feuchteschäden verwendet. Von Schimmelpilzwachstum wird gesprochen, wenn explizit nur die Schimmelpilze gemeint sind.

Unterscheidung Kontamination und Befall

Nicht jedes am und im Gebäude eingesetzte Material ist durch Schimmel befallen, nur weil Schimmelpilzsporen oder Bakterien darauf nachgewiesen wurden. Auch hierzu wird im neuen Leitfaden eine Präzisierung vorgenommen und zwischen Verunreinigung (Kontamination) und Befall deutlicher unterschieden. Es werden Hintergrundwerte für Schimmelpilze und Bakterien in unterschiedlichen Materialien angegeben.

Neu: Nutzungsklassen

Bei den "alten"Schimmelleitfäden wurde oft beanstandet, dass die darin festgelegten Empfehlungen undifferenziert auf alle Innenräume angewendet wurden. Zumindest wurde es in der Praxis oft so interpretiert, dass in Wohnräumen die gleichen Anforderungen wie in Nebenräumen außerhalb der Wohnung oder sogar in Garagen gelten. Diesem Problem wird in dem neuen Leitfaden dadurch Rechnung getragen, dass "Nutzungsklassen" mit unterschiedlich hohen Anforderungen eingeführt werden.

Wann müssen befallene Bauteile entfernt werden?

Immer wieder unterschiedlich interpretiert wurde in der Vergangenheit die Aussage, wann befallene Bauteile entfernt werden müssen oder wann es reicht, diese so abzuschotten, dass keine Schimmelpilzsporen und abgestorbenen Bestandteile in die Raumluft gelangen. Im neuen Leitfaden wird darauf differenzierter eingegangen.

Im Leitfaden werden gesundheitliche, bauphysikalische, messtechnische und allgemeine raumlufthygienische Fragestellungen berücksichtigt. Auf werkvertragliche und andere rechtliche Aspekte, aus denen sich abweichende Einschätzungen ergeben können, wird nicht eingegangen.

Hier geht es zum Leitfaden.

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