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Dienstag, 21. November 2017

Hacker, Datenlecks & Algorithmen: Muss ich Angst vor Industrie 4.0 haben?

Freitag, 18. August 2017 | Veröffentlicht von: Jan Gesthuizen, FARBE UND LACK

Die Industrie 4.0 klingt toll und bietet große Chancen. Aber natürlich gibt es auch Gefahren und über die wird nicht immer gerne gesprochen. Statt sie zu verschweigen, sollte man offen darüber reden. Ich habe eine Veranstaltung besucht, die genau das lieferte.

Industrie 4.0 Hannover

Gut 120 Wirtschaftsvertreter informierten sich beim Praxisforum Industrie 4.0 über neue Trends und Best-Practice-Beispiel. (Foto: Jan Gesthuizen)

Eigentlich habe ich das Praxisforum Industrie 4.0 in Hannover besucht, um mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen und zu sehen, was außerhalb der Lackbranche derzeit passiert. Ich wollte Inspirationen zu diesem Thema sammeln. Am meisten beeindruckt haben mich dann aber nicht modernste Roboter und Datenbrillen, sondern der transparente Umgang mit dem Thema Sicherheit.

Kleine Firmen nicht sicherer

Patrick Smolka von der HDI Global SE berichtete etwa von Erfahrungen aus Sicht einer Versicherung die Schäden und Verdienstausfälle durch eine sogenannte "Cyberversicherung" absichert. Er warnte etwa vor dem Trugschluss, dass kleine und mittelständische Unternehmen sich in falscher Sicherheit wiegen, da Hacker doch nur "die Großen" auf dem Schirm hätten.

Ulrich Herfurth

Ulrich Herfurth, Rechtsanwalt erklärte, was Datenschutz mit Industrie 4.0 zu tun hat. (Foto: Jan Gesthuizen)

Spätestens seit der WannaCry-Epidemie müsste jedem klar sein, das Thema gehöre auf die Agenda jedes Unternehmens. So berichtete Smolka etwa von einem Fall, bei dem ein mittelständisches Unternehmen Ziel eines Hackergangriffs wurde und dann in dessen Namen Rechnungen an seine Kunden verschickt wurden. Das Beispiel soll keine Angst machen, denn es zeigt auch, selbst wenn sie keine Maschine, keinen digitalen Sensor nutzen und auch Ihr Warenlager komplett analog betreiben, das Thema digitale Sicherheit müssen sie ohnehin betrachten. 

Industrie 4.0 trifft Datenschutz

Aber auch abseits von Schreckensszenarien gibt es einiges zu beachten. Ulrich Herfurth, Rechtsanwalt bei Herfurth & Partner erklärte, dass Thema Datenschutz dürfe nicht vergessen werden. Sind Rührwerke und Co. erst einmal mit einem Server verbunden, werden Daten aus der Fertigung schnell zu personenbezogenen Daten ihrer Mitarbeiter, die an den vernetzten Maschinen arbeiten.

Herfurth brachte daher den Rat mit, die Daten in Deutschland oder Europa zu halten. Am besten sollten Server & Co. bei Anbietern liegen, die auch nicht einem US-Mutterkonzern gehören. Clouddienste von Amazon, Microsoft & Co fallen damit zum Beispiel aus dem Raster. Nächstes Jahr tritt die neue europäischen Datenschutzverordnung in Kraft. Rechtsanwalt Herfurth warnte, dass dann erhebliche Strafen bei Verstößen drohten. Die neue EU-Verordnung sei hier strenger als das bisher gültige Datenschutzgesetz in Deutschland.

Arbeitssicherheit neu denken

Eine interessante Verknüpfung brachte Prof. Lorenz Däubler von der Hochschule Hannover zur Sprache. Bisher seien die Themen Internetsicherheit, also der Angriff von außen und die Arbeitssicherheit, also z.B. das Verletzungsrisiko der eigenen Belegschaft, getrennte Themen. Das müsse überdacht werden, denn schließlich wäre es möglich, dass Schadprogramme von außen, die Fertigung im Inneren beeinflussten.

Olaf Lies SPD Niedersachsen

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) betonte in seinem Grußwort die Wichtigkeit des Breitbandausbaus für die Wirtschaft.

Und auch ohne Netzanschluss greifen bei modernen Maschinen nicht mehr alte Sicherheitskonzepte. Etwa automatische Abschalteinrichtungen, wie sie derzeit üblich seien, würden zum Beispiel bei Drohnen mitunter genau falsch sein. Die würden hier unweigerlich zum Absturz führen.

Auf all diese Punkte kann man natürlich mit Ablehnung und Angst reagieren. Mein Eindruck war und ist, das ist der falsche Weg. Denn Beispiele für die Vorteile erfolgreicher Digitalisierung gibt es so viele, ich mag mir nicht mal die Mühe machen, hier noch welche aufzuzählen. Damit diese Vorteile auch zum Tragen kommen, sollte aber eine ordentliche Risikoanalyse jeder Investition vorausgehen.

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