Bitte warten Sie.'

Die Seite wird geladen.'


Home  > Publikationen  > Blog  > Der geplatzte Deal – die Macht der Aktionäre

Dienstag, 21. November 2017

Der geplatzte Deal – die Macht der Aktionäre

Donnerstag, 09. November 2017 | Veröffentlicht von: Damir Gagro, FARBE UND LACK

In diesem Jahr sollten der Lackbranche zwei Mega-Deals bevorstehen. Beide scheiterten. Auch wenn die Rahmenbedingungen unterschiedlich waren, so rückten die Aktionäre in beiden Fällen in den Fokus.

Anfang des Jahres drängte PPG darauf Akzo Nobel zu übernehmen. Die Führung des niederländischen Konzerns weigerte sich und lehnte die Offerte postwendend ab - mehrfach. Das missfiel den Aktionären des Hedgefonds Elliott. Dieser forderte den Lackhersteller auf, Verhandlungen mit den Amerikanern aufzunehmen und einen Rücktritt des Aufsichtsratschefs Antony Burgmans wollte man ebenfalls erzielen. Elliot ist mit 9,5% größter Anteilseigner von Akzo Nobel. Beides konnte Elliott nicht durchsetzen. Mittlerweile ist das Kriegsbeil zwischen Akzo Nobel und Elliott begraben. Ein Teilerfolg konnte dennoch verbucht werden. Akzo Nobel gab zwei neue Kandidaten für den Aufsichtsrat bekannt. Einen dritten neuen Aufsichtsrat will das Unternehmen in Absprache mit seinen größeren Aktionären, darunter auch Elliott, nominieren.  

White Tale bringt Fusion zwischen Huntsman und Clariant zu Fall

Ganz anders verlief die zweite angekündigte Mega-Fusion. Der Deal zwischen Clariant und Huntsman war eigentlich beschlossen. Eigentlich. Dass sich die Unternehmen eventuell noch von einigen Assets trennen müssen, so wie es bei der Übernahme von Valspar durch Sherwin-Williams der Fall war, war im Möglichen. Dennoch ging die Branche davon aus, dass erneut ein Mega-Deal in der Lackbranche zu vermelden war. Der Investor White Tale, hinter dem das US-Unternehmen Standard Industries und der aktivistische Hedgefonds Corvex stehen, ist Großaktionär bei Clariant und stemmt sich gegen diese Fusion. White Tale erhöhte sukzessive den Anteil auf über 20% und hatte letztlich Erfolg mit dem Widerstand. Die Fusion wurde verhindert.

White Tale will Einfluss erhöhen

Dadurch scheint White Tale neuen Wind in die Segel bekommen zu haben. Der Investor beansprucht drei Sitze im Verwaltungsrat und forderte eine unabhängige Überprüfung der Firmenstrategie. White Tale will in allen Verwaltungsratsausschüssen, die sich mit strategischen Fragen beschäftigen, vertreten sein. Zwischen Clariant und White Tale dürfte es sicherlich weiter zu Reibereien kommen, denn die ersten Spekulationen, die Clariant zum Übernahmekandidaten machen, ließen nicht lange auf sich warten. Denn die ersten Berichte über Kaufinteressenten beflügelten die Aktien.

Natürlich haben Investoren Interesse daran den Wert ihrer Aktien zu erhöhen. Bei diesen beiden Beispielen aus diesem Jahr stand wohl aber nur die kurzfristige Gewinnmaximierung im Fokus. Das Unternehmen dient nur als Mittel zum Zweck. Denn die Interessen der Aktionäre können, müssen aber nicht, mit einem langfristigen und nachhaltigen Unternehmenserfolg korrelieren. Wie ist Ihre Meinung dazu? 

Kommentare (1)
Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben

Sie sind nicht eingeloggt

registrieren