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Donnerstag, 24. August 2017

Ansätze gegen „Plastikmüll“

Freitag, 11. August 2017 | Veröffentlicht von: Kirsten Wrede, FARBE UND LACK

Das Wort Plastik ist im deutschen Sprachgebrauch negativ behaftet, nicht dagegen im Englischen (plastics), Französchen (plastique) oder Spanischen (plástico). Wir sprechen also lieber von Kunststoff. Aber auch der Kunststoff genießt – im Gegensatz zu Materialien wie Glas, Keramik oder Holz - gesellschaftlich keinen guten Ruf. Gibt es doch immer mehr Aufrufe und Tipps zur Kunststoffvermeidung.

Auf Verbraucherseiten, von Umweltverbänden, in Supermärkten und Kaufhäusern (Tüten nur noch gegen Aufpreis). Man ist sich einig, dass "Plastikmüll" klimaschädigend ist und reduziert werden muss.

Denn kann man noch so eifrig den Müll trennen und die Verpackungen artig in den gelben Sack sortieren. Trotzdem wird der Hauptteil des gesammelten Kunststoffabfalls immer noch verbrannt. Das frustriert, wenn man eigentlich gehofft hat, dass der Inhalt der gelben Säcke oder Tonnen dem Recycling zugeführt wird.

Also am besten gleich weniger oder biologisch abbaubare Verpackungen verwenden?

Einzelne Ansätze dafür gibt es schon:

Bei mir um die Ecke gibt es z.B. einen "Lose Laden", wo Lebensmittel wie Öl, Reis oder Haferflocken in eigene Behälter abgefüllt werden können.

Ein weiteres Beispiel: Kaffeebecher. Riesenberge von Wegwerfbechern – von innen mit Kunststoff beschichtet – sind weltweit durch die Coffee-to-Go-Manie entstanden. Da die Pappbecher von innen mit einer dünnen Kunststoffbeschichtung versehen sind, sind sie kein Papierabfall. Selten landen Sie jedoch in der gelben Tonne. Nun sehe ich aber immer mehr Leute mit wiederverwendbaren Thermobechern durch die Gegend laufen. Ich besitze auch mehrere. Sie entwickeln sich geradezu zum Werbegag. So habe ich einen Becher von einem Rohstoffhersteller auf der diesjährigen European Coatings Show erhalten und kürzlich beim Besuch eines Lackherstellers. Größere Städte starten Aktionen mit Mehrwegbechern per Pfandsystem, die z.B. beim Bäcker um die Ecke erhältlich sind.

Bei uns in Hannover gibt es jetzt den "Hannoccino", der beim ersten Heimspiel der neuen Saison von Hannover 96 seinen Einstand feiern soll. Dieser Becher kann nicht nur wiederverwendet werden, sondern besteht auch noch weitgehend aus Biobestandteilen (Biopolymere, Naturharze, Cellulose und natürliche Verstärkungsfasern), wobei ich nicht weiß, ob es eine Beschichtung gibt, die das Durchweichen des Bechermaterials verhindert und wenn ja, aus welchem Material diese genau besteht. Das wäre einmal interessant zu erfahren.

Stichwort Nahrungsmittel: So wie die Nachfrage nach Biolebensmitteln steigt, steigt auch der Bedarf an biologisch abbaubarem Verpackungsmaterial. Hierzu fällt mir ein Projekt des Fraunhofer ISC ein, über das wir bereits mehrfach berichtet haben. Die Forscher haben ein kompostierbares, funktionelles Material entwickelt, um Bio-Kunststoffe zu beschichten. Die Beschichtung blockiert Gerüche, Wasserdampf und Sauerstoff.

Trotz vieler kleiner Ansätze entsteht aber offensichtlich nirgends so viel Verpackungsmüll wie in Deutschland. Und auch die Beschichtung von Kunststoffteilen im Automobilbau, bei elektronischen Geräten und Spielzeug nimmt weiter zu.

Ich frage mich, wie das zusammenpasst, wie sich diese Trends auf die Zukunft von Kunststoffbeschichtungen auswirken und welche Chancen sich daraus wiederum für Rohstofflieferanten ergeben. Wie lautet denn Ihre Einschätzung dazu? Ihre Meinung interessiert uns und wir freuen uns über jeden Kommentar!

Übrigens: In der September-Ausgabe von FARBE UND LACK beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit Kunststoffbeschichtungen.  

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