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Montag, 11. Dezember 2017
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Markt & Branche

November-Ausgabe // Dr. Markus Lettau im Porträt

Donnerstag, 10. November 2016

Sein Lebensmittelpunkt ist im Harz, genauer gesagt in Clausthal-Zellerfeld. Aber von hier aus geht Dr. Markus Lettau, Forschungs- und Entwicklungsleiter beim Naturfarbenhersteller Auro, regelmäßig auf große Reise.­

Dr. Markus Lettau

Dr. Markus Lettau

Aufgewachsen ist der 48-Jährige in Sankt Andreasberg. Im nicht weit davon entfernten Clausthal-Zellerfeld ging er ab der fünften Klasse zur Schule, im Anschluss studierte und promovierte er an der renommierten TU Clausthal.
In der Berg- und Universitätsstadt gefällt es Lettau auch privat so gut, dass er dafür gern die 50 bis 60 Minuten Fahrtzeit an seinen Arbeitsplatz in Kauf nimmt. Am ruhigen Stadtrand lebt er mit seiner Lebensgefährtin und genießt die Nähe zum Harz, wo es sich prima wandern und skifahren lässt.
Lettaus Liebe zur Chemie wurde durch eine AG in der Schule geweckt. "In einem Projekt ging es um die Analyse von Gewässer- und Bodenproben im Harz", erinnert sich der F+E-Leiter. Er hatte dafür verschiedene Wasserproben besorgt und später einen Bericht dazu geschrieben. Das umfangreiche Projekt wurde sogar von der EU gefördert. Reizvoll fand er schon damals, "was man mit Chemie so alles machen kann".
Zwar interessierte der Niedersachse sich mehr für die organische Chemie, doch erwischte die chemische Industrie gerade während seines Studiums eine Krise, so dass es kaum Stellen für Chemiker gab. Lettau konzentrierte sich daher auf die Polymerchemie, da er sich von der Kunststoffindustrie bessere Berufsaussichten erhoffte.
Seine erste Anstellung fand der großgewachsene Brillenträger beim Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung. "Dort habe ich mich zum ersten Mal mit Naturstoffen beschäftigt", so Lettau. Sein Projekt war die Erzeugung und Verspinnung künstlicher Spinnenseide.

Erster Kontakt zur Lackwelt

Nach zwei Jahren wechselte Lettau zu Schuberth, einem Helmhersteller, der damals seinen Sitz noch in Braunschweig hatte. "Hier hatte ich zum ersten Mal Kontakt zur Lackwelt", sagt Lettau. 2004 eröffnete das Unternehmen ein neues Werk in Magdeburg, 2008 folgte auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Drei Jahre leitete Lettau die Lackierung und musste dafür täglich nach Magdeburg pendeln. Irgendwann wollte er wieder ganz zurück nach Braunschweig und wechselte wieder in die F&E der Schuberth GmbH.

Entwicklung von Formel 1-Helmen

Sein nächster Arbeitgeber war IFA Technologies in Haldensleben. Dort war Markus Lettau u.a. an der Entwicklung von Formel 1-Helmen exklusiv für Michael Schumacher beteiligt. Diesen Auftrag hatte IFA von Lettaus vorigem Arbeitgeber Schuberth erhalten. "Der Lack hat mich nicht mehr losgelassen", sagt der Harzer lächelnd.
Unverhofft kam dann 2011 das Angebot von Auro. Man suchte einen Experten zur Entwicklung von Bindemitteln auf biologischer Basis. "Das war eine Herausforderung", so Lettau, "aber ich hatte Feuer gefangen und deshalb schnell zugesagt."
2012 wurde Lettau Forschungs- und Entwicklungsleiter bei Auro. "So bin ich vom Formel 1-Helm zum Ökolack gekommen", wundert er sich noch heute. Der F+E-Anspruch im Unternehmen sei sehr hoch – von den 46 Mitarbeitern arbeiten sechs im Labor. 2018 wird Lettau das Labor komplett übernehmen.
Wie er sich selbst als Chef sieht? Er gewähre seinen Mitarbeitern gern Freiräume, freue sich, wenn sie eigene Lösungsvorschläge anbieten, eigenständig arbeiten. "Wir diskutieren viel, haben eine offene Kommunikation."
Stolz ist man bei Auro auf die erst kürzlich in Betrieb genommene neue Produktionsanlage, mit der das selbst entwickelte biogene Bindemittel hergestellt wird. Und auch Lettau steht voll hinter dem Konzept der ökologischen Rohstoffe. Zwar habe er auch vor dem Wechsel zu Auro bewusst gelebt, "aber um Naturfarben habe ich mir vorher keine Gedanken gemacht."

Große Leidenschaft: das Reisen

Lettaus große Leidenschaft ist das Reisen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin hat er das südliche Afrika als Lieblingsziel für sich entdeckt. Insbesondere Tiersafaris haben es dem Paar angetan. Und so geht es im kommenden Jahr nach Botswana, zusammen mit einer kleinen Reisegruppe.
Die Reisen plant Lettau normalerweise aber lieber komplett allein, vom Flug bis zur Unterkunft: "Was man selbst organisieren kann, mache ich selbst."
Gern erinnert er sich an die Besteigung des italienischen Vulkans Stromboli oder die Wanderungen im US-Staat Utah. Zum Wandern muss es aber gar nicht immer so weit hinausgehen, denn mit dem Harz in Reichweite können die Wanderschuhe gleich vor der eigenen Haustür geschnürt werden.
Auch die aktuelle Craft Beer-Welle hat nicht vor Markus Lettau Halt gemacht: Regelmäßig setzt er seinen eigenen Sud an und braut Bier in kleineren Mengen und nach eigenem Geschmack. "Da kommt der Chemiker durch", sagt Lettau und schmunzelt. Aber nicht nur Bier schmeckt dem vielfältig Interessierten, auch in der Küche schwingt er gern den Kochlöffel. Auch lesen würde gern mehr, doch aus Zeitmangel beschränkt er sich auf Hörbücher, die er während der Autofahrten zur Arbeit genießt.
Fotografieren inklusive Bildbearbeitung ist ein weiteres Hobby von Markus Lettau, der sich außerdem als "Film-Freak" bezeichnet und gern auf Konzerte von Independent-Bands geht.
Er gehe gern arbeiten, betont der 48-Jährige, gleichzeitig sei er aber froh, dass der Job ihm sein ausgefülltes Privatleben ermöglicht.
// Kontakt: lettau@auro.de

Kirsten Wrede

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