Bitte warten Sie.'

Die Seite wird geladen.'


Home  > Markt & Branche  > Köpfe & Karrieren  > Zwischen Forschung und Anwendung: Michael...

Dienstag, 21. November 2017
pdf
Markt & Branche, Köpfe & Karrieren

Zwischen Forschung und Anwendung: Michael Maier im Porträt

Dienstag, 15. August 2017

"Ich habe wohl nicht den klassischen Lebenslauf eines Geschäftsführers", sagt Michael Maier, der seit April die Geschäfte der Weckerle Lackfabrik leitet. Der gelernte Autolackierer schätzt die eigene praktische ­Erfahrung aus der Anwendung für die tägliche Arbeit ungemein.

Michael Maier, Geschäftsführer der Weckerle Lackfabrik

Michael Maier, Geschäftsführer der Weckerle Lackfabrik

Als Michael Maier 1983 mit 15 Jahren während seiner Ausbildung zum Autolackierer unter dem Auto lag und jeden Tag schwarzen Korrosionsschutzlack der Firma Weckerle aufspritzte, hätte er sich wohl nicht träumen lassen, eines Tages Geschäftsführer bei dem Stuttgarter Lackhersteller zu sein. "Als die Anfrage von Weckerle kam, habe ich mich besonders gefreut, hatte ich doch einen nostalgischen Bezug zu den Produkten", sagt der 49-Jährige mit einem­ Schmunzeln. Die eigenen Erfahrungen aus der Anwendung erweisen sich auch heute immer wieder goldwert. "So kann ich ein Bindeglied zwischen der Forschung und Entwicklung und unseren Kunden sein", sagt er. "Mir ist es wichtig, als Geschäftsführer die einzelnen Feinheiten unserer Produkte zu kennen." Nach einigen Jahren­ als Autolackierer lockt der Ruf der Lackindustrie. Für die Marke Spies Hecker, ­damals noch Herberts zugehörig, zieht es den gebürtigen ­Sonthofener in die Nähe von Bangkok. Um die asiatischen ­Ländergesellschaften von Spies Hecker aufzubauen, reist Maier fast jede Woche durch Asien, besucht unter anderem China, Korea, ­Taiwan. "Seitdem bin ich ein absoluter Asienfan, mich hat das ehrliche Interesse der Menschen vor Ort, ihre Neugier, Offenheit und Toleranz sehr beeindruckt."

Zurück nach Deutschland
Als seine zwei Töchter schulpflichtig werden, geht es für den Familienvater zurück nach Deutschland. "Herberts wurde von DuPont aufgekauft und das Unternehmen hat sehr viel in mich investiert, ich konnte viele Schulungen besucht und habe neben der Arbeit die Schulbank gedrückt." Bei DuPont und anschließend Axalta ist Michael Maier in verschiedenen Positionen in Marketing und Vertrieb tätig, bevor er 2015 zu der Berlac Group in die Schweiz wechselt, wo er als Vertriebs- und Marketingleiter arbeitet. Im April 2017 wird er Geschäftsführer der zur Gruppe gehörenden Weckerle Lackfabrik. Nach 23 Jahren im Konzern freut sich Maier nun wieder in den Mittelstand zurückzukehren: "Klar, das Konzernleben bietet viele ­Annehmlichkeiten, aber diese habe ich gerne und freiwillig aufgegeben. Ich genieße es, sowohl lang- als auch kurzfristig planen zu ­können, reaktiver zu sein und Dinge schneller umsetzen zu können als im Konzern."

Entspannen mit Nervenkitzel
Privat verbringt der Oldtimerfan seine freie Zeit gerne am Steuer seines Jaguar E von 1972. Aber auch in die Ferne zieht es ihn oft und gerne. "Meine Leidenschaft fürs Reisen verbinde ich am liebsten mit dem Tauchen. Denn Unterwasser gibt es weder Telefon noch Email, so dass ich gänzlich abschalten und die Batterien wieder aufladen kann", lacht der Hobbytaucher. Bei seinen Tauchgängen gehört Nervenkitzel zum Programm: besonders reizt Michael Maier das Tauchen mit Haien und Walen. Geschützt in einem Käfig, hat er schon viele Exemplare beobachten, fotografieren und filmen können. Bei einer Tauchreise vor der mexikanischen Insel Guadalupe vor einigen Jahren bekam er sogar Deep Blue vor die Linse – mit mehr als sechs Metern Länge ist sie der größte Hai, der jemals gefilmt wurde. "Ein unfassbares Glück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gewesen zu sein", erinnert sich der Allgäuer.

Es gibt viel zu tun
Auch bei Weckerle hat Michael Maier viel vor. "An meiner neuen Position reizt mich, eine freie Hand zu haben, meine Gedankengängen und Visionen realisieren zu können", sagt er. Auf dem Plan stehen viele Modernisierungen und Investitionen, beispielsweise in eine neue Produktionsanlage. "In Sachen Forschung und Entwicklung stehen ebenfalls Veränderungen an. "Unsere Kunden entwickeln sich weiter, dem müssen wir natürlich folgen", betont der Geschäftsführer. Da das Stuttgarter Unternehmen neben Lacken für Schienenfahrzeuge vor allem auf den Bereich Automotive im Innenraum spezialisiert ist, verfolgt er besonders die Elektrifizierung und Autonomisierung von PKW. "Diese Entwicklung wird uns als Lackhersteller natürlich auch stark beeinflussen." Bei seinen Plänen ist es dem Unternehmer sehr wichtig, die derzeit 75 Mitarbeiter von Weckerle mit ins Boot zu holen und die Veränderungen gemeinsam zu verwirklichen. Sehr am Herzen liegt ihm auch der Ausbau der Ausbildung im Betrieb. "In Zeiten von Fachkräftemangel müssen wir als mittelständischer Lackhersteller die nächste Generation selbst heranziehen und übernehmen, um Kontinuität schaffen und Mitarbeiter zu gewinnen, die mit Herzblut an Weckerle hängen und sich voll mit dem Unternehmen identifizieren", erklärt Maier. "Ich hatte bei meiner Ausbildung einen tollen Lehrherren, der mir eine große Chance gegeben hat, das möchte ich nun weitergeben."

Von Vanessa Bauersachs

zum Seitenanfang
Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben

Sie sind nicht eingeloggt

registrieren

Aktuelle Stellenangebote

Newsletter Anmeldung