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Donnerstag, 22. Februar 2018
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Markt & Branche

Digital Rohstoffe einkaufen

Freitag, 09. Februar 2018

Beschaffungsprozesse in der chemischen Industrie sind noch wenig digitalisiert. Die Möglichkeit des digitalen Einkaufs und Verkaufs von Rohstoffen für die Chemie-, Kunststoff- und Lackindustrie bietet die Onlineplattform Pinpools. Peter-Lacke nutzt die Plattform seit ihrer Gründung im letzten Jahr.

Digital Rohstoffe einkaufen. Bild: maxsim - stock.adobe

Digital Rohstoffe einkaufen. Bild: maxsim - stock.adobe

Die Handelsplattform Pinpools, die im Mai letzten Jahres online gegangen ist, hat mittlerweile über 200 Nutzer. Ihre Hauptmärkte sind neben Rohstoffen für Farben und Lacke auch die allgemeine Chemie sowie die Kunststoffindustrie. "Wir kommen selbst aus der Kunststoffverarbeitung und da wurde uns schnell bewusst, dass die Branche im Thema Beschaffung sehr ineffizient ist. Es gibt keine digitalen Beschaffungstools", sagt Alexander Lakemeyer, der zusammen mit seinem Bruder Heribert-Josef die Plattform gründete. "Einige Verarbeiter beklagten, dass der analoge Einkaufsprozess zu viel Zeit und Aufwand in Anspruch nimmt", erklärt er. "Andere Einkäufer wiederum möchten ihr Beschaffungsnetzwerk erweitern. So entstand die Idee, eine B2B-Handelsplattform für Chemikalien zu entwickeln."

Rohmaterialien einkaufen

Weder für liefernde noch für einkaufende Unternehmen fallen bei der Nutzung der Plattform Kosten an. Bei der Registrierung wird ein Profil angelegt; hier geben verkaufende Unternehmen ihr Produktportfolio an, anhand dessen sie mit passenden Einkäufern verbunden werden.

Das Prinzip des Rohstoffeinkaufs ist ähnlich: der Einkäufer erstellt eine Ausschreibung, wobei unter anderem Informationen zu Menge, Produkt und Lieferdatum angegeben werden. Er entscheidet außerdem, welche Lieferanten Zugang zu der Ausschreibung erhalten sollen. Verkäufer können dann mit einem Angebot auf die Ausschreibung reagieren, welches wiederum nur der Einkäufer sieht. Anderen Lieferanten wird lediglich angezeigt, dass ein konkurrierendes Angebot abgeben wurde. "Einkäufer sparen Zeit für die aufwändige Angebotseinholung und können zeitgleich die attraktivsten Anbieter miteinander vergleichen", so Alexander Lakemeyer. "Studien besagen außerdem, dass bei Onlineauktionen deutlich bessere Preise erzielt werden als beim analogen Einkauf."

Digitalisierung und Automatisierung

Peter-Lacke gehört schon seit der Gründung von Pinpools im letzten Jahr zu den Nutzern der Plattform. "Wir haben uns zur Nutzung von Pinpools entschlossen, weil die Plattform den Einkaufsprozess vereinfacht und wir die Digitalisierung nutzen wollen, um auch zukünftig gute Einkaufspreise zu erzielen", erzählt Christian Stegemann, CPO bei dem Lackhersteller aus Hiddenhausen. "Wir haben unsere erste Ausschreibung im Mai 2017 veröffentlicht und seitdem kontinuierlich sowohl die Anzahl an Ausschreibungen als auch die Volumina der jeweiligen Ausschreibungen erhöht."

 

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Auch mit der Auswahl der Rohstoffe auf der Plattform ist Peter-Lacke zufrieden. "Natürlich wird noch nicht das komplette Rohstoffportfolio abgedeckt, wir sehen jedoch das große Engagement der Pinpools-Mitarbeiter das Portfolio weiter auszubauen, um jeden Kundenwunsch zu erfüllen", betont Christian Stegemann. Die Nutzung der Plattform unterstütze außerdem die Automatisierung von Prozessen im Unternehmen und sei nah an der Branche orientiert. "Pinpools erfüllt viele branchenspezifische Anforderungen", so Stegemann. "So können beispielsweise Lieferungen nicht nur als volle LKWs, sondern auch als Stückgut oder in Mehrkammertanks getätigt werden."

Zusammenschluss mit anderen Einkäufern

Eine weitere Funktion der Plattform ist das sogenannte Pooling, das sich vor allem an die Abnehmer kleiner Mengen richtet. Hierbei können Betriebe die Bedarfe verschiedener Standorte in einem Einkauf bündeln oder sich mit anderen Unternehmen zu einem gemeinschaftlichen Einkauf zusammenschließen. Diese Funktion sei gerade für kleinere Unternehmen von Vorteil. "So können beispielsweise auch kleinere Einkäufer Mengenrabatte erzielen", erklärt Alexander Lakemeyer.

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Muster-Beispiel für Ausschreibungen auf Pinpools.

Neue Lieferanten treffen und den ­Kontakt zu Stammlieferanten ausbauen

Laut Lakemeyer sind momentan knapp 80 % aller DACH-Lieferanten auf Pinpools vertreten. "Wir sind sehr zufrieden mit der Plattform sowie der Auswahl der Rohstoffe und Lieferanten für die Lackbranche. Neben namhaften Herstellern sind auch viele Händler vertreten, sodass große sowie kleine Mengen abgedeckt werden können", bestätigt auch Christian Stegemann von Peter-Lacke. "Bereits der Großteil unserer Standardlieferanten ist an die Plattform angebunden, sodass wir viele erfolgreiche Ausschreibungen durchgeführt haben. Zusätzlich konnten wir über die Plattform neue Lieferanten ausfindig machen, mit denen wir jetzt erfolgreich zusammenarbeiten."

Pinpools helfe nicht nur dabei, neue Lieferanten zu gewinnen, sondern auch die Transaktionsprozesse mit bestehenden Lieferanten zu optimieren, betont Alexander Lakemeyer. Deswegen komme es häufig vor, dass einkaufende Unternehmen ihre Stammlieferanten mit auf die Plattform einladen. Auch während einer Ausschreibung kann ein fehlender Lieferant zu einer Ausschreibung hinzugefügt werden.

"Für Lieferanten liegt der Hauptvorteil darin, dass sie ein günstiges Vertriebstool bekommen, um neue Kunden zu gewinnen, direkt Feedback zu den Angeboten erhalten und somit den Einkäufern einen besseren Service bieten können", erklärt Alexander Lakemeyer. In einigen Fällen gäbe es aber auch Überschneidungen zwischen Einkäufer und Lieferant. "Oft agieren Unternehmen sowohl als Einkäufer als auch als Lieferant. Sie beschaffen bei anderen Pinpools-Lieferanten ihre Rohstoffe und setzen ihre fertigen Produkte dann wiederum über die Plattform ab", so Lakemeyer.

Integration in den Arbeitsalltag

Peter-Lacke ist sehr zufrieden mit der Integration der Plattform in den Arbeitsalltag. "Die Plattform ist intuitiv und somit für unsere Mitarbeiter schnell in den Beschaffungsprozess zu integrieren; die erste Ausschreibung war innerhalb von zehn Minuten erstellt", erzählt Christian Stegemann. "Pinpools ist die erste Plattform ihrer Art, die unsere Bedürfnisse in dem Maße befriedigt, wie wir es uns vorstellen. Wir planen daher, Pinpools in der Zukunft auch für unsere weltweit verteilten Standorte einzusetzen."

Weitere Funktionen in Planung

Für die Zukunft plant das Pinpools-Team die Plattform um Premium-Funktionen zu erweitern. Angedacht ist hier unter anderem das Handling von Datenblättern, ein Preisindex sowie Meldungen zu Force Majeures. Außerdem soll die Plattform zeitnah vom DACH-Raum auf ganz Europa ausgeweitet werden.

Von Vanessa Bauersachs

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