Rohstoffversorgung fordert Klebstoffhersteller weiter heraus
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Andere Industriezweige aber auch andere Länder greifen verstärkt auf für die Klebstoffindustrie wichtige Rohstoffe zu.
Rohstoffe werden immer teurer, weil sie immer knapper werden. Die deutsche Klebstoffindustrie ist davon besonders betroffen, so der Industrieverband Klebstoffe (IVK). Andere Industriezweige aber auch andere Länder greifen verstärkt auf für die Klebstoffindustrie wichtige Rohstoffe zu. Die Kapazität des europäischen Marktes für Ethylenvinylacetat (EVA) beläuft sich auf rund 600.000 t. Rund 400.000 t davon haben einen VA-Anteil von 7 bis 18 % und werden für Spezialanwendungen wie z. B. Ausgießer und Dachbahnen eingesetzt. Bleiben 200.000 t mit einem VA-Anteil von bis zu 28 %, wie es auch die Klebstoffindustrie (Bedarf zirka 130.000 t) benötigt. Speziell um diesen Anteil ist weltweit ein verschärfter Wettbewerb entstanden. "Die Nachfrage nach erneuerbaren Energien wächst seit einigen Jahren stetig. Das exponentielle Wachstum der Solarenergie treibt die Nachfrage nach Rohstoffen wie EVA in die Höhe. EVA ist für die Klebstoffindustrie schlicht ausverkauft", teilte IVK Hauptgeschäftsführer Ansgar van Halteren mit. Doch nicht nur neue Branchen, wie die Photovoltaik, sondern auch andere Länder entwickeln sich zu immer stärkeren Abnehmern auf dem Weltmarkt, wie beispielsweise China. Dort ist der Bedarf an EVA stark gestiegen und zusätzlich verbraucht China fast 40 % der Jahresproduktion an Naturkautschuk, ein wichtiger nachwachsender Rohstoff u. a. für die Herstellung von Etiketten-Klebstoffen. Durch Umformulierungen der Rezepturen und die Beschaffung alternativer Rohstoffe unterstreicht die Branche ihre Innovationskraft und tritt der Herausforderung entgegen. "Solche Neuentwicklungen und Produktoptimierungen sind zwar zeit- und kostenaufwändig, stellen aber langfristig eine ausreichende Verfügbarkeit von Klebstoffen sicher und garantieren sowohl der Klebstoffindustrie als auch deren Kunden die notwendige Planungssicherheit", so van Halteren.













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